Infos zur Grippeimpfung
Im Folgenden erklären wir Ihnen, wer sich gegen die Grippe impfen lassen sollte und beantworten einige häufig gestellte Fragen zu dem Thema.
Die Standardimpfung
Eine ganz klare Empfehlung gibt es für alle ab 60. Grund für die Empfehlung einer Grippeimpfung im Alter ist das nachlassende Immunsystem, die sogenannte Immunoseneszenz, das Altern unseres Immunsystems. Im Alter sind wir für viele Infektionskrankheiten anfälliger. Infekte verlaufen oft langwierig oder auch schwerwiegender. Die meisten schwer oder gar tödlich verlaufenden Grippe-Erkrankungen betreffen den "älteren" Menschen. Daher ist eine Grippeimpfung für alle ab 60 wärmstens zu empfehlen! Gerade bei viralen Erkrankungen, die wir oft nicht richtig behandeln können, weil uns entsprechende Medikamente schlichtweg fehlen, ist die präventive Impfung umso wichtiger.
Natürlich gibt es immer wieder auch Menschen, die trotz Impfung an der Grippe erkranken, solche low- oder non-responder, oder auch "Impfversager" kann es immer geben, dies hat viele Gründe, dennoch bestehen gute Chancen, durch die Impfung geschützt zu sein.
Die Indikationsimpfung
Im Prinzip kann man sich merken, dass jede chronische Erkrankung einen Grund, also eine Indikation, zur Grippeimpfung darstellt.
Insbesondere seien hier natürlich Herzkrankheiten, Erkrankungen der Atemwege, wie beispielsweise Asthma oder chronische Bronchitis genannt, denn hier sind bereits wichtige Organsysteme beeinträchtigt, wenn in solch einem Fall eine Grippe hinzukommt endet das Ganze nicht selten im Krankenhaus.
Aber auch eine Epilepsie stellt eine Indikation dar, denn das hohe Fieber kann unter anderem die Anfallswahrscheinlichkeit erhöhen.
Ähnlich bei multipler Sklerose, oft kursiert hier das Gerücht die Impfung könne einen Schub auslösen, dies konnte jedoch in keiner Studie bewiesen werden. Sehr wohl konnte jedoch gezeigt werden, dass eine Grippeerkrankung einen MS-Schub auslösen kann.
Diabetes mellitus, Nierenerkrankungen und andere Stoffwechselerkrankungen verursachen eine gewisse Schwäche des Immunsystems.
Jede Erkrankung, die mit einem Medikament behandelt wird, welches das Immunsystem beeinflusst, sogar oder gerade auch Chemotherapien und HIV-Infektionen stellen einen guten Grund zur Grippeimpfung dar.
Die Aufzählung könnte man schier endlos weiterführen, oder man kürzt es ab und kommt auf den Eingangssatz zurück: Fast jede chronische Erkrankung stellt einen Grund für eine Grippeimpfung dar, ganz unabhängig vom Alter. Auch bei jungen Menschen, die chronisch krank sind, denn hier spielt das altersschwache Immunsystem nicht mehr die entscheidende Rolle.
Die Impfung stellt aber auch eine Möglichkeit dar andere zu schützen.
Es gibt Personen, bei denen die Grippeimpfung aufgrund einer erheblichen Schwächung des Immunsystems zwar durchgeführt werden kann, die Impfung spricht jedoch nicht gut an. Das sind zum Beispiel Personen mit angeborener oder erworbener Schwäche des Immunsystems, Dialysepatienten oder aber während einer Chemotherapie.
Deshalb ist es wichtig hier das Umfeld zu impfen. Wenn die potentiellen Kontaktpersonen durch die Impfung nicht an der Grippe erkranken, dann können sie somit auch diejenigen, die es besonders zu schützen gilt nicht anstecken.
Das ist auch ein Grund warum sich medizinisches Personal und Pflegepersonal impfen lassen sollten.
Es gibt also auch bei Impfungen einen altruistischen Gedanken.
Die Indikationsimpfung in der Schwangerschaft
Bei Schwangeren sind wir in der Medizin immer sehr vorsichtig. Bei fast allen medizinischen Therapien muss überlegt werden, ob die Schwangere oder vielmehr das ungeborene Kind hierdurch gefährdet werden könnte, entsprechend zurückhaltend sind wir Mediziner.
Ganz anders sieht es mit der Grippeimpfung aus, diese ist ganz explizit bei Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel empfohlen. Sollten Risiken für einen schweren Verlauf einer Grippeerkankung vorliegen sollte die Impfung sogar schon ab dem 1. Drittel der Schwangerschaft erfolgen.
Grund für diese Empfehlung sind gehäuft schwere Verläufe der Grippe bei Schwangeren, welche vermutlich durch eine Modulation des Immunsystems während der Schwangerschaft begünstigt werden.
Einen weiteren Vorteil bringt die Impfung in der Schwangerschaft: Die von der Mutter gebildeten Antikörper werden über die Plazenta auf das Kind übertragen, somit ist auch das Kind nach der Geburt vor einer Grippeerkrankung geschützt. Das ist vor allem für die Kinder wichtig, die kurz vor und während der Grippe-Saison, meist November bis März, zur Welt kommen.
Die Sicherheit der Impfung für Kind und Schwangere ist durch zahlreiche Untersuchungen belegt, sonst würde hier nicht so vehement eine Empfehlung zur Impfung ausgesprochen werden.
Also keine Angst vor einer Grippeimpfung in der Schwangerschaft!
Bevor wir dann hoffentlich alle, für die eine Grippeimpfung empfohlen ist, davon überzeugt haben ;-) hier noch ein paar Fakten:
Was kann die Grippeimpfung nicht?
• Sie kann keine Erkältung verhindern. Geimpft werden Teile der Influenza-Viren, also der Erreger der "echten Grippe". Eine Impfung gegen die gemeine Erkältung existiert leider nicht und wird es wohl auch aufgrund der Vielzahl der Erkältungs-Erreger nie geben.
• Grippe auslösen kann die Impfung nicht, das ist ganz ausgeschlossen, denn bei der Grippeimpfung handelt es sich um eine sogenannte Totimpfung. Der Name ist zugegeben unglücklich gewählt, und soll nicht heißen, dass die Impfung gefährlich ist, sondern dass die Erreger, gegen die geimpft wird, nicht mehr in lebendiger, vermehrungsfähiger Form in der Impfung vorliegen. Und da man nur Bestandteile der Grippeviren impft kann die Impfung keine Grippe auslösen.
Und was, wenn ich mich nach der Impfung krank fühle?
• Grippale Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, leichte Abgeschlagenheit oder auch mal Fieber sind Reaktionen des Immunsystems. Mit der Impfung rütteln wir ja quasi am Immunsystem und wollen, dass es aktiv wird und Antikörper gegen die Erkrankung bildet, vor der wir schützen wollen. Daher können natürlich auch mal die oben genannten grippalen Symptome auftreten. Diese sind zwar vielleicht nicht gerade verlockend, aber auch nicht gefährlich und mit einer Tablette Paracetamol oder Ibuprofen recht gut abzumildern.
Und wenn man eine richtige Erkältung nach der Impfung bekommt, liegt das nicht daran?
• Nein. Erkältungen sind von ganz anderen Erregern ausgelöst, haben mit der Influenza wenig zu tun, und wie oben beschrieben, sind in der Impfung ja auch keine Erreger mehr drin. Man muss jetzt nur mal überlegen, wann wir gegen Grippe impfen - im Herbst/Winter, genau zu der Zeit, zu der die Erkältungskrankheiten auf dem Vormarsch sind und reihenweise Klassenzimmer und Büros leeren. Wir Menschen neigen dazu, die Dinge, die geschehen in Zusammenhang mit etwas zu setzen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass die Erkältung auch ohne Grippeimpfung gekommen wäre ist doch sehr groß!
Kann ich mich auch gegen Grippe impfen lassen, wenn ich nicht zu den vorgenannten Risikogruppen zähle und noch keine 60 Jahre alt bin?
• Klar das geht. Die meisten Krankenkassen (einige Ausnahmen machen ein paar kleinere Betriebskrankenkassen) zahlen auch bei jüngeren, nicht chronisch kranken Personen die Grippeimpfung. Oft bieten auch größere Betriebe die Impfung an.
Wenn Sie weitere Fragen zur Grippeimpfung haben sprechen Sie uns gerne darauf an! Wenn Sie sich gegen Grippe impfen lassen wollen, kommen Sie bitte mit Ihrem Impfausweis in die Sprechstunde. Einen Termin brauchen Sie hierfür nicht. Sollten Sie ein kleines bisschen erkältet sein spricht das nicht gegen die Durchführung einer Impfung, bei einer schweren Erkältung oder Fieber würde man mit der Impfung noch etwas warten.
Und wer noch mehr Info rund ums Thema Gippe und Grippeimpfung im Internet nachlesen möchte, der ist hier richtig.